14. Metropolmarathon Fürth am 26.06.2022

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Am 2. Juni 2019 wollte ich nach zwei Jahren Volkslauf endlich wieder einen Halbmarathon im Rahmen des Fürther Metropolmarathons laufen. Die Vorbereitung lief ganz gut, aber im letzten Moment verhinderte eine Winzigkeit von Infekt meine Wettkampfteilnahme. Ich schrieb also an die Organisatoren und verschob meinen Start kurzerhand ins Jahr 2020. Dann eben ein Jahr später! Dass daraus drei Jahre werden sollten, konnte wohl niemand damals erahnen.

Vergangenes Wochenende, am 26. Juni 2022, war es schließlich so weit. Sieben Wochen Vorbereitung lagen hinter uns, Wochen mit teilweise sechs Tagen Sport in Folge und nur einem Ruhetag. Tempotraining, lange Läufe, Krafttraining, lockere Läufe und zum Ausgleich noch ein Alternativsport, zum Beispiel Radlfahren, wie bei mir. Candy hatte sicher noch mehr Aufwand betrieben, wollte er doch als Einziger eine Volldistanz absolvieren. Wir begnügten uns mit der Hälfte.

Ich sehnte den Wettkampf herbei, damit ich es danach endlich mal wieder etwas ruhiger angehen lassen konnte. Umso entsetzter war ich, als mir am Mittwoch vor dem Halbmarathon die Stimme wegblieb und mein Start wie schon 2019 wackelte.

Es wurde zum Glück keine Erkältung daraus, die Stimmbänder erholten sich auch und so stand dem langen Sportwochenende nichts mehr im Wege.

Eine Neuerung gab es in diesem Jahr für uns aber doch. Viele fleißige Helfer aus unseren Reihen betreuten zum ersten Mal eine Verpflegungsstation kurz vor Kilometer 12. Insofern war der SV Weiherhof zahlreich vertreten.

Renate und ich hatten am Tag vorher schon bei der Startunterlagenausgabe geholfen, was viel Spaß machte und neue Kontakte zu anderen Läufern bescherte.

Am Sonntagmorgen nahmen Aufregung und Vorfreude der vergangenen Tage beständig zu. Schon im Zug nach Fürth wimmelte es buchstäblich von Sportlern unterschiedlichster Couleur. Da gab es die ganz ruhigen, die in Gedanken schon beim Rennen waren, dann den Papa, der vom Rest der Familie begleitet wurde, den nervösen Rookie, der seinen ersten Halbmarathon absolvieren wollte, die unauffällige, aber durchtrainierte Sportlerin älteren Semesters, die gar nicht groß auffiel und einen dann wahrscheinlich bei Kilometer 10 spätestens überholen würde, unaufhaltsam auf dem Weg zum AK-Sieg und und und. . . Und dann gab es natürlich noch Steffen, Kim und mich, die wir müde, aufgeregt und vorfreudig die Atmosphäre genossen.

Wir gaben unser Gepäck ab und trafen uns zum Gruppenbild in der Konrad-Adenauer-Anlage. Mit Gerhard, Jürgen, Joachim, Anke und Peter war unser Team komplett.

Die Startaufstellung auf der Fürther Freiheit und auch die Strecke in manchen Teilen waren für uns neu. Über 1.500 Marathon-, Dreiviertelmarathon- und Halbmarathon-Starter bevölkerten den späteren Zielkanal vor dem Start- und Zielbogen. Während Kim, Gerhard, Joachim, Peter, Anke und Steffen sich am hinteren Ende einreihten, schoben sich Jürgen und ich über die Absperrung weiter nach vorne, was mir beim Warten auf den Startschuss immerhin ein schattiges Plätzchen einbrachte. Nicht unerheblich bei den hochsommerlichen Temperaturen von Sonntag.

Kurz nach 8:45 Uhr dann der Start! Die Masse setzte sich in Bewegung, zunächst gemächlich, mangels Platz, aber dann zusehends zügiger. Es begannen die üblichen Überholmanöver bei den Versuchen, sich aus der Menge „freizuschwimmen“. Nach kurzer Zeit ertönte Musik, nicht aber an, sondern auf der Strecke. Der Pacer für die Sub 1:45 hatte den passenden Rhythmus dabei und erfreute sich einiger Beliebtheit. Ich wollte ihn trotzdem so schnell und so weit wie möglich hinter mir lassen.

Jürgen und ich hatten trainiert mit dem Ziel „Alles unter 1:40 wäre toll“.

Apropos Jürgen, der war weit und breit nicht zu sehen. Das Feld entzerrte sich und nach einigen Kilometern wurde es frauentechnisch relativ einsam um mich herum. Dafür verfolgte mich ein penetranter Radfahrer, den ich zwar nicht sah, aber dessen Leerlauf ich ständig surren hörte. „Dann fahr halt vorbei“, dachte ich mir. Vergeblich, der gute Mann erachtete es als seine Aufgabe, an mir dranzubleiben.

„Du bist im Moment an vierter Stelle“, meinte er irgendwann.

„Und am Ende bin ich dann Zehnte“, gab ich zurück. Schließlich fühlte es sich aktuell nicht so an, als würde ich in dem Tempo weiterlaufen können. Bereits nach fünf Kilometern hatte ich einen Moment lang daran gedacht, einfach aufzuhören. Mein Körper hätte es begrüßt.

Nun ja, für den Moment glaubte ich meinem Begleiter auf zwei Rädern, aber im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass er und seine Begleit-Fahrrad-Kolleginnen und -Kollegen sich die falschen Läuferinnen ausgesucht hatten.

Was soll`s, ich war nicht mehr allein. Die nächsten Kilometer hatte ich einen netten, fürsorglichen Schatten, der mir auch mal zwischen den Verpflegungsstationen ein Iso-Getränk reichte oder seine letzten Tropfen Wasser abgab, von der Ansprache ganz zu schweigen.

Tja, irgendwann war er dann weg. Eigentlich schade. Aber es hatten mich ja nach und nach drei Frauen überholt und somit musste er sich anderen Damen widmen.

Inzwischen waren wir auf einem trostlosen Streckenabschnitt angelangt. Industriegebiet, kaum Schatten, außer von LKW zu LKW, wenig Zuschauer. Kilometer 10 kam und ich freute mich auf den SVW-Getränkestand, der nach eigener Aussage dort sein sollte. Die Station kam, aber nach unseren Leuten sah das nicht aus.

Also zum wiederholten Male Wasser geschnappt, übergeschüttet, zweiten Becher gegriffen und ein paar Schluck getrunken. Stehen bleiben war keine Option.

Schnell weiter! Irgendwo rund um Kilometer 11 tauchte dann Jürgen vor mir auf. Ich schloss auf und wir tauschten uns kurz aus, im Sinne von „Ich kann nicht mehr“, „Ich kann auch nicht mehr“, „Was laufen wir?“, „4:40“, „Wir müssen rausnehmen, sonst wird das nichts mit dem Zieleinlauf“.

Es war auch wirklich der in meinen Augen mieseste Abschnitt. Zu allem Überfluss ging es jetzt auch noch bergauf. Doch da, auf halber Höhe, bekannte Gesichter mit Wasser und anderen Erfrischungen! Endlich war er da, unser Verpflegungsstand. Ich riss Holger einen Becher aus der Hand, Sigi schoss Bilder, ich rang mir kurz ein Lächeln ab, Becher weg und weiter. Von der Würzburger Straße runter zum Kanal schienen meine Beine plötzlich nachgeben zu wollen. Kurze Schrecksekunde, aber im Verdrängen bin ich Weltmeister.

„Luft ist gut, Beine sind gut, weiter!“ Das war mein ganzer Kommentar mir selbst gegenüber. Widerrede zwecklos.

Das Stimmungsnest in Oberfürberg mit den tollen Anwohnern, die all die Jahre uns Läuferinnen und Läufer mit Verpflegung, Gartenbrausen und Anfeuerungsrufen vorwärts treiben, ging dieses Jahr völlig an mir vorbei. Ich wollte nur noch ins Ziel. Markus stand allein auf weiter Flur und erwischte mich mit der Kamera, bevor ich mich fürs Foto zusammenreißen und Lauffreude vortäuschen konnte. Ich bemerkte ihn erst, als er mich ansprach. Schön, dass du da warst, Markus, das hat diesen trostlosen, einsamen Streckenabschnitt aufgewertet.

Irgendwann ging es schließlich wieder Richtung Innenstadt. An der Uferpromenade besserte sich meine Stimmung langsam, wusste ich doch, dass es nun nicht mehr weit war. Auf die Durchquerung des „Flair“ hatte ich mich gefreut. Ich dachte, das würde ähnlich werden wie früher durch die „Grüne Halle“. Leider war, vom DJ am Eingang abgesehen, auf den paar Metern gar nichts los und die Luft so schlecht, dass ich froh war, als es wieder hinaus in die tropische Sonne ging. Dort war es kühler.

Weit konnte es nun nicht mehr sein. Orientierungslos durch Fürth folgte ich den zahlreichen anderen Sportlern. Auf den letzten Kilometern waren Volksläufer und Halbmarathonis zusammengeführt worden, sodass es nun wieder gut voll war auf der Strecke. Ich passierte den Bahnhof und atmetet innerlich auf. Die letzten 200 Meter. Von der Seite sah ich Klaus und Birgit klatschen und schreien. Schon ging es um die Ecke beim Wöhrl. Der blaue Teppich des Zielkanals kam näher. Neben mir wollte es ein Volksläufer noch einmal wissen und meinte, meinen Schlussspurt attackieren zu müssen. So nicht! Ich zog noch einmal an und ließ ihn stehen. Jetzt bloß nicht stolpern! Die letzte Kurve, noch einmal durchziehen und ab durch den Zielbogen! Beim Überqueren der Matte schaute ich auf die Zieluhr: 1:37:irgendwas!

Das konnte nicht sein. Unser Ziel, irgendwie unter 1:40 zu bleiben, hatte ich eigentlich nach der Hälfte begraben. Und jetzt das! Wahnsinn!!

Mit der Medaille um den Hals und im Austausch mit einem Mitstreiter (ja, ich konnte schon wieder atmen 😊) , begab ich mich zur Zielverpflegung und stieg samt Wasserbecher, Klamotten und Schuhen postwendend in den Brunnen. Was für eine Wohltat!

Ein SV-Weiherhöfer nach dem anderen tauchte auf. Alle waren froh, die Hitzeschlacht überstanden zu haben. Vier von uns waren unter zwei Stunden geblieben, auch Jürgen, Kim und Gerhard hatten es geschafft. Starke Leistung! Bei Gerhard sprang gar der 2. Platz in der AK M70 heraus. Herzlichen Glückwunsch!

Gratulation aber an alle! Jeder hat hier abgeliefert, alle sind angekommen und haben den Temperaturen getrotzt.

Auch unsere Helfer am Wasserstand haben ganze Arbeit geleistet. Ihr habt einen super Job gemacht. Vielen Dank!

Nach der Siegerehrung, bei der es mit einem Rucksack, Nudeln und einem Freistart fürs nächste Jahr wieder sehr schöne Preise gab, machten sich alle nach und nach auf den Nachhauseweg. Peter war leider schon früher gegangen. So hatte er seine Ehrung zum

2. Platz in der AK M60 bei den Fürther Stadtmeisterschaften verpasst. Herzlichen Glückwunsch!

Während ich mit Renate und Gerhard auf meinen Zug wartete, gesellte sich Candy kurz zu uns. Er hatte seinen Marathon deutlich unter vier Stunden beendet und war bei den Männern unter die Top 100 gekommen. Auch dir herzlichen Glückwunsch!

Wir ließen dieses heiße, aber schöne Sportwochenende beim Abendessen auf Samirs Terrasse gemütlich ausklingen. Zur Feier des Tages gab es als Nachtisch selbst gebackenen Apfelkuchen von Julie und dazu Vanilleeis.

LECKER! Vielen Dank, Julie!

 

Abschließend bleibt mir nur zu sagen, ich freue mich schon aufs nächste Jahr. Vielleicht wird es dann sogar der Marathon. Immerhin soll er ja zum ersten Mal von Fürth nach Nürnberg führen. Das wäre zu überlegen.

Aber welche Distanz es auch immer werden mag, ich bin mir jetzt schon sicher, dass es wieder eine top organisierte, heiße Veranstaltung wird.

Ich bin dabei!

 

Elke

Schon wieder alles vorbei - kehrt wärd
Schon wieder alles vorbei - kehrt wärd

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Marathoni Candy
Marathoni Candy

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Elke kämpft.
Elke kämpft.

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Fotos privat
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Ergebnis Marathon

Ergebnisse HM

2. Zirndorfer Spendenlauf "ChaRUNity" am 29.05.2022

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Nach zwei Jahren Corona-Pause fand am 29.05.22 der 2. Spendenlauf in Zirndorf statt, unter dem neuen Namen „ChaRUNity“, organisiert wie im Jahr 2020 vom Feuerwehrmann Stefan Janker und gleichzeitig mit dem Lions Club erstmals als Veranstalter.

Der Erlös kam wieder der „Elterninitiative krebskranker Kinder e.V. Nürnberg“ zugute.
Unser Organisator Steffen hatte uns acht Läufer vom SVW, Gerhard, Peter, Clemens, Steffen, Dirk, Julie, Kim und meine Wenigkeit sowie natürlich nicht zu vergessen unseren einzigen Walker, Joachim Rösler, (du bekommst ein besonderes Lob von mir, Respekt) schon vor einiger Zeit bei diesem Lauf angemeldet.
Corona hatte auch mir bei der Vorbereitung einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass ich 1,5 Wochen vor Wettkampfantritt erstmals zweimal 10 km gelaufen war, und Donnerstag bei km 8 abbrechen musste. Luft, schwere Beine, alles kam zusammen, dass ich mir dachte : „Oje das kann ja heiter werden!“ Zumal Steffen uns alle für die knapp 10 km-Strecke mit einer Zielzeit von unter 60 min angemeldet hatte. Denn dieses Jahr gab es zwei 9,9 km-Strecken, die in Zeiten aufgeteilt wurden. Der erste Hauptlauf (Zielzeit unter 60 min) startete um 12 Uhr, der zweite Hauptlauf (Zielzeit über eine Stunde) um 13:15 Uhr. Naja, ich sagte mir: „Ich als gebürtige Zirndorferin darf jetzt keinen Rückzieher machen, ne, ne, das geht gar nicht! Augen zu und durch!“

So machte ich mich um 10:50 Uhr von meinem Garten aus, wo ich mein Auto geparkt hatte, mit leichten Laufbewegungen auf den Weg zum Start/Ziel-Bereich, wo mir auch schon Julie, die auf der 6,6 km-Distanz schon unterwegs war, begegnete. Peter, der noch die

20 km-Trainingseinheit vom Donnerstag in den Knochen spürte, hatte sich entschieden, seine Julie zu begleiten. Super, Gratulation euch! Start war um 10:30 Uhr gewesen.
Vorher, um Punkt 10:00 Uhr, durften noch die Bambini über 800 Meter laufen.
Es wurde kurz vor 12, so langsam traten wir zum Startbereich, der sehr überschaubar war.
„Ich glaube, ich werde als Letzte mit dem Besenwagen reinkommen“, ging es mir durch den Kopf. Nein, da war ja noch Dirk, der, wie mir zu Ohren gekommen war, auch über 1 Std. lief.

Die letzten Sekunden liefen, zack, es ging los!

Wo waren die Roten so schnell hin? Auch Dirk zog mit weg.
Steffen und ich liefen die ersten 500 - 700 Meter mit einen 5:49er-Schnitt, bis ich ihn dann losschickte. Er brauchte auf mich keine Rücksicht zu nehmen. Trotzdem, danke dir, Steffen.
Erstaunlich, ich konnte das Tempo mit einer Pace von 5:59 halten. Super Laufwetter von 13 Grad. Die Strecke von 3,3 km musste dreimal gelaufen werden. So schaffte ich eine Zeit von 57:15 min. Wie ist mein Motto? „ Never Give Up!“
Es gab keine offizielle Zeitmessung, die musste jeder für sich stoppen bzw. am Zielbereich hing eine digitale Zieluhr.

Jeder, der gefinisht hatte, bekam eine Papiertasche mit einer Trinkflasche, Gummibären und einigen Flyern. Wasser und alkoholfreies Bier gab es auch.
Joachim startete als Walker mit dem Hauptlauf um 13:15 Uhr. Er schaffte eine Zeit von 1:19 h. Super!
Allen herzlichen Glückwunsch!
Es war ein toller Lauf. Gerne bin ich nächstes Jahr wieder dabei und hoffe doch, dass sich mehr dazu bereiterklären.

Danke noch an Renate für die Fotos und den Jackentransport!

Eure Rennmaus Sigi

Joachim, unser Solo-Walker
Joachim, unser Solo-Walker

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Entspannt vor dem Start
Entspannt vor dem Start

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Peter und Julie auf den 6,6 km
Peter und Julie auf den 6,6 km

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Fotos privat
Zieleinlauf Gerhard
Zieleinlauf Gerhard

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Ja, da laufen wir heute
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Kim ist gut drauf
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